Coronavirus in der Region Heidenheim

Ab Montag, 12. April

 

Landratsamt erlässt abendliche Ausgangssperre im Kreis Heidenheim

 

Die Infektionszahlen steigen sprunghaft an und die bisherigen Maßnahmen reichen laut Landratsamt nicht aus, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Welche Regeln ab Montag im Kreis Heidenheim gelten:

  1. April 2021, 16:53 Uhr•Kreis Heidenheim Von hz/kats

Ab Montagabend gilt im Landkreis Heidenheim erneut eine Ausgangssperre.© Foto: Archiv/Rudi Penk

Weil die Corona-Zahlen im Kreis Heidenheim sprunghaft angestiegen sind, ergreift das Gesundheitsamt weitergehende Maßnahmen um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Bereits seit zwei Wochen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Heidenheim durchgängig bei einem Wert von mehr als 100. Am Donnerstag, 8. April 2021, wurde mit einem Wert von 162,7 die 150er-Marke überschritten. Am Freitag stieg die Inzidenz weiter auf 193,6.

Zahlreiche Infektionen finden dabei innerhalb von Familien und im privaten Umfeld statt, so das Heidenheimer Landratsamt.

 

Corona-Zahlen Kreis Heidenheim

7-Tage-Inzidenz und Infektionszahlen am Freitag, 9. April 2021

 

KREIS HEIDENHEIM

 

Dass die Infektionszahlen zeitnah wieder absinken, ist laut Einschätzung des Heidenheimer Gesundheitsamts nicht zu erwarten: Ohne weitere Maßnahmen geht man bei der Landkreisverwaltung davon aus, dass die Zahlen weiterhin steigen. Die bisher getroffenen Schutzmaßnahmen, unter anderem die Notbremse, reichen daher laut dem Landratsamt jetzt nicht mehr aus, um die Infektionszahlen effektiv zu senken.

 

Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr im Kreis Heidenheim

Das Landratsamt erlässt daher eine Ausgangssperre, die ab Montag, 12. April 2021, in Kraft tritt. Ab Montag ist der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung für Bewohner des Landkreises Heidenheim zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens untersagt und nur mit triftigen Gründen gestattet.

Triftige Gründen für das Verlassen der Wohnung sind unter anderem der Weg zur Arbeit, die Versorgung von Angehörigen und Gassi-Gehen mit dem Hund. Hier kann man die Allgemeinverfügung nachlesen.

Die Allgemeinverfügung soll spätestens dann außer Kraft treten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage in Folge weniger als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beträgt.

 

Warum die Ausgangssperre laut Landratsamt notwendig ist:

Das Landratsamt hält die Ausgangsbeschränkung für notwendig, da das Infektionsgeschehen im Kreis Heidenheim diffus und Infektionsketten teilweise nicht mehr nachvollziehbar seien. Zudem handle es sich bei den Neuinfektionen überwiegend um die besonders ansteckende britische Virusmutation B 1.1.7.

Durch die Ausgangsbeschränkung soll der exponentielle Anstieg der Neuinfektionen eingedämmt werden, um eine Überlastung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgungssysteme zu verhindern und das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

 

Corona-Zahlen Kreis Heidenheim

7-Tage-Inzidenz und Infektionszahlen am Sonntag, 11. April 2021

 

KREIS HEIDENHEIM

 

„Es ist trotz intensiver Bemühungen und starker Einschränkungen in den letzten Wochen leider nicht gelungen, die Corona-Zahlen mit den aktuellen Maßnahmen ausreichend in den Griff zu bekommen. Die dynamische Entwicklung der Neuinfektionen ist besorgniserregend. Zum Schutz aller ist es daher unumgänglich, die Verfügung über die Ausgangsbeschränkung zu erlassen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus gezielt eindämmen zu können“, so sich Landrat Peter Polta zu dem Schritt. „Ich bin mir bewusst, dass dies für die Kreisbewohnerinnen und Kreisbewohner weitere erhebliche Einschränkungen mit sich bringt. Aber nach sorgfältiger Betrachtung und Bewertung durch das Gesundheitsamt ist der Schritt zum jetzigen Zeitpunkt zwingend erforderlich.“

 

Update: Landrat verkündet am Sonntag weitere verschärfte Regeln für Montag, 12. April:

Am Sonntag, 11. April, hat Landrat Peter Polta in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden des Landkreis Heidenheim angesichts weiter steigender Coronazahlen folgende weitere Verschärfungen der Corona-Regeln verkündet:

  • 1. Kontaktbeschränkungen: Ab Montag darf sich ein Haushalt mit maximal einer weiteren Person treffen, jedoch liegt die Obergrenze bei höchstens fünf Personen. Das bedeutet, dass sich ein fünfköpfiger Haushalt mit keiner weiteren Person treffen darf. Nicht mit eingerechnet werden Kinder unter 14 Jahren. Getrennt wohnende Paare gelten als ein Haushalt.
  • 2. Ausübung von religiösen Aktivitäten: Ebenfalls ab Montag gilt, dass Veranstaltungen von Religions-, Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften sich nur noch mit einer Begrenzung von einer Person auf zehn Quadratmetern in geschlossenen Räumen treffen dürfen. Beerdigungen im Freien dürfen von maximal 50 Personen besucht werden.
  • 3. Kitas und Horte: Am Montag gelten auch in Horten, Kindertagesstätten und Schulkindergärten sowie in deren Umgebung von 50 Metern neue Regeln: hier gilt Maskenpflicht, allerdings nicht für die Kinder. Ab Dienstag gilt dann eine weitere Regel: Sollte die Inzidenzzahl 250 erreichen, werden diese Einrichtungen geschlossen, eine Notbetreuung wird jedoch aufrecht erhalten.
  • 4. Spielplätze: Ebenfalls ab Dienstag ist der Aufenthalt auf Spielplätzen und weitläufigen Außensportanlangen verboten. Das bedeutet, dass diese Anlagen, wie bereits im Frühjahr 2020 wieder gesperrt werden.
  • 5. Handel: Von den verschärften Regeln sind ab Dienstag auch jene Einzelhandels- und Ladengeschäfte betroffen, die derzeit noch geöffnet haben dürfen: Hier gilt ab Dienstag, dass sich nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter Fläche aufhalten darf. Die Möglichkeit des click & collect, also die Abholung bestellter Waren vor einem Ladengeschäft, besteht weiterhin.
  • 6. Körpernahe Dienstleistungen: Ab Dienstag gelten zudem für körpernahe Dienstleistungen, also beispielsweise Friseurbesuche, dass diese nur noch mit einem negativen Antigen-Schnelltest wahrgenommen werden dürfen.

 


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